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Dein Tod

Hab mich immer davor gefürchtet dich zu verlieren. Ohne dich kann ich nicht sein, will ich nicht sein und jetzt? Du liegst da. Regungslos. Hab alles beobachtet. Er hat nicht auf die Straße geachtet...
Ich drehte mich zu dir herum. Wollte dich warnen und schrie: „Pass auf!“ Doch es war zu spät. Der Wagen kam näher und ich hörte nur einen dumpfen Knall. Konnte mich nicht mehr umdrehen. War wie gelähmt. Tat es dennoch. Ich sah dich nicht mehr, konnte nur noch deinen angsterfüllten Schrei wahrnehmen. Dein Schuh flog durch die Luft...
Ich renne so schnell ich kann zu dir. Du liegst auf dem kalten Boden. Dein Bein scheint gebrochen. Außer ein paar Kratzern kann ich keine Verletzungen sehen und dennoch spüre ich die stechenden Schmerzen in deinem Körper. Du atmest noch. Ganz langsam bewegt sich dein Brustkorb auf und ab. Es fällt dir immer schwerer gegen den Tod anzukämpfen. Ich habe Angst. Ich will nicht alleine sein. Ich brauche dich doch. Ich nehme deine Hand. Halte sie ganz fest. Ich will dir noch so viel sagen und weiß nicht, wo ich anfangen soll...
„Alles wird gut. Ich bin bei dir, mein Schatz. Ich liebe dich. Hörst du? Ich liebe dich.“ Ich bemerke, wie meine Stimme vor Angst um dich zittert. Plötzlich stelle ich mir Fragen. Was ist, wenn sie wirklich...? Was soll ich denn nur machen? Was rede ich denn da? Sie wird es schaffen. Nichts auf dieser Welt kann uns auseinander bringen. So rede ich einfach wieder mit dir. Ich weiß, dass du mich hören kannst. „Du wirst es schaffen und dann machen wir eine Reise. Wo immer du hin willst. Bitte, halte durch, Schatz.“
Ich weiß nicht wieso, aber ganz tief in mir drin spüre ich, dass irgendetwas nicht stimmt. Meine Angst dich zu verlieren wird immer größer und ich kann sie nicht unterdrücken. Der Schock, den ich habe, verleitet mich dazu immer schneller zu atmen. Mit jedem Atemzug bete ich, dass du mich nicht verlässt. Nicht hier, nicht so, nicht jetzt. Wieder fange ich an in Gedanken zu reden. Wenn ich dir doch wenigstens in die Augen schauen könnte. Vielleicht ist es das letzte Mal. Ich will diese Gedanken nicht. Sie machen mir immer mehr Angst. Ich zittere stärker. Dann...
Du öffnest langsam deine Augen und hältst meine Hand jetzt fester. Ich spüre wie sich eine Art Erleichterung in mir breit macht und dennoch überwiegt die Angst dich an den Tod zu verlieren. Ich blicke dir tief in die Augen. Sie sind von Schmerz erfüllt. Es tut weh dich so zu sehen. Sofort schießt mir ein Gedanke in den Kopf. Könnte ich doch nur dort liegen. Ich würde dir so gerne helfen. Ich streichele sanft deine Wange. Du spürst, dass ich zittere und drückst meine Hand noch etwas fester. Mir fällt es immer schwerer die Tränen zurück zu halten. Du scheinst viel stärker zu sein als ich und versucht mich zu trösten.
„Mach dir keine Sorgen, meine Kleine.“ Das ist leichter gesagt als getan. Du, meine Freundin liegst mit unzähligen, schweren Verletzungen am Boden und du sagst mir, dass ich mir keine Sorgen machen soll. Trotzdem zauberst du mir ein Lächeln ins Gesicht. Du versuchst weiter hin mir die Angst zu nehmen. „Du weißt doch, dass mich so schnell nichts umhaut. Ich liebe dich und daran wird sich nie etwas ändern. Egal, was passiert.“
Du gibst dir wirklich (trotz allem) Mühe mich davon zu überzeugen, dass du nicht sterben wirst, aber du und ich, wir wissen beide, dass es zu spät ist. Ich gebe dir einen letzten Kuss und blicke dir zum letzten Mal in deine grünen Augen. Sie starren mich jetzt an. Ohne zu zucken, ohne jegliches Lebenszeichen. Vorsichtig schließe ich sie mit meiner Hand. Ich beuge mich näher zu dir und flüstere dir noch einmal ins Ohr: „Ich liebe dich...“ Eine Träne rennt über meine Wange, als ich den Krankenwagen heran fahren höre. 




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